... Es war einmal oder wie alles begann

Die Bemühungen und das Interesse an der Gründung eines Fanfarenzuges in Günne gehen auf die Herren Adolf Hoffmann, Alfred Köhler und Hans-August Müller zurück.

 

In zahlreichen Zusammenkünften und Gesprächen erörterten sie die drei entscheidenden Fragen:

-       Woher nehmen wir das Geld für den Instrumentenkauf?

-       Wie bekommen wir die Aktiven zusammen?

-       Wann und wie kommt es zu einer Vereinsgründung?

 

In einem weiteren Vorgespräch, an dem auch Alfred Dörr, Willy Schulte, Walter Mielke und Hubertus Belke teilnahmen, wurde der Termin für die Gründungsversammlung auf den 19. November 1975 festgelegt.

Auf einstimmigen Beschluss der 29 anwesenden Interessenten wurde der Name "Fanfarenzug Möhnesee 1975 e. V." festgelegt und der erste Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender Willy Schulte

stellv. Vorsitzender Adolf Hoffmann

1. Geschäftsführer Hans-August Müller

2. Geschäftsführer Hubertus Belke

1. Musikleiter Alfred Köhler

stellv. Musikleiter Burkhard Schnettler

Betreuer: Hubert Düllberg, Franz Hellmann Hubert Köhler, Adolf Nübel, Dieter Rosenthal, Alfred Siano

 

Spenden aus der Bevölkerung ermöglichten die Anschaffung der ersten Instrumente, so dass sich bereits am Montag, dem 15. Dezember 1975, 26 aktive Mitglieder zur ersten Probe in der Günner Schützenhalle zusammenfanden. Nach eifrigem Üben in den kommenden Wochen gelang im Rahmen des Günner Kinderkarnevals ein erster öffentlicher Auftritt, damals noch in schwarzen Hosen und weißen Hemden.

 

Mit dem Beschluss der Vereinssatzung auf der ersten Jahreshauptversammlung endete formal die Zeit der Gründung des Vereins. Bald folgte auch der Eintritt in den Volksmusikerbund e. V. Die Weihe einer Vereinsstandarte, die mit der Abbildung der Sperrmauer den Fanfarenzug in der Öffentlichkeit begleiten sollte, erfolgte 1981 in der Günner Pfarrkirche. Fahnenabordnungen aller Günner Ortsvereine erwiesen dem Günner Fanfarenzug ihre Reverenz.

 

Schnelle Fortschritte im spielerischen Können unter der Leitung von Alfred Köhler und die Bewältigung nicht unerheblicher organisatorischer Aufgaben durch Willy Schulte und Adolf Hoffmann sowie auch eine anhaltende Begeisterung der Aktiven ermöglichten im Laufe des ersten Jahres 18 öffentliche Auftritte.

Im kommenden Jahr wurden das erste Freundschaftstreffen in Günne und das Erringen des 2. Platzes bei einem musikalischen Wettbewerb in Sendenhorst als besondere Erfolge erfahren.

 

Nach drei Jahren vorbildlicher Aufbauarbeit wurde der 1. Vorsitzende und auch aktive Spieler Willy Schulte von Franz Josef Weber in der Führung des Vereins abgelöst. Auf Grund seines bisherigen Engagements als Betreuer und Instrumentenwart war die Kontinuität gesichert.

Es begann die Zeit der vermehrten überregionalen Auftritte. Man spielte unter der Standarte des Fanfarenzuges auf Einladung u. a. in Köln, Essen, Wuppertal und Hagen. Beteiligungen an Veranstaltungen im Kreise Soest gehörten nunmehr zum gewohnten Jahresprogramm. Beim 3. Musikfest im Jahre 1979 konnte der Vorsitzende 30 auswärtige Vereine in Günne begrüßen. Selbst der befreundete Verein Majoretten- und Drumband Mortsel aus Belgien ließ es sich nicht nehmen, zur Bereicherung dieses Freundschaftstreffens beizutragen.

 

Dem energischen Einsatz und dem Verhandlungsgeschick von Franz Josef Weber ist es zu verdanken, dass der Fanfarenzug im Mai 1983 ein "eigenes Haus" beziehen konnte. Die Schützenbruderschaft St. Antonius stellte dem Verein zur Aufbewahrung der Instrumente einen Raum in der Schützenhalle zur Verfügung, den die Aktiven den Anforderungen entsprechend ausbauten.

 

Im Laufe der Jahre ergab sich eine Entwicklung, die das Musikprogramm erweiterte und auch das Selbstverständnis des Fanfarenzuges veränderte. Hatten schon zuvor Trompeten und Ventilfanfaren die Kurzfanfaren abgelöst, so dienten jetzt Bassinstrumente wie Sousaphone und Ventilposaunen zur Abrundung des Klangkörpers. Durch die Anschaffung eines Schlagzeuges wurde verstärkt das Angebot von Unterhaltungsmusik möglich. Diese Entwicklung förderte besonders seit 1982 der neue Spielleiter Burkhard Schneider, der den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Alfred Köhler ablöste. Durch die so gewonnene Zweigleisigkeit des Repertoires, Marsch- und Unterhaltungsmusik, änderte sich die Art der Auftritte und Darbietungen. Nicht wie bisher hauptsächlich Freundschaftstreffen bei anderen Musikvereinen bestimmten den Terminkalender, sondern Karnevalsveranstaltungen, Frühlings- und Schützenfeste sowie Eröffnungsfeiern rückten in den Vordergrund.

Eine weitere Verbesserung erfolgte erneut durch die Erweiterung des Instrumentariums im Jahre 1985/86. Saxophone (S-Alt und B-Tenor) und bald auch Zugposaunen bereicherten das Klangbild. Neue Uniformen bewirkten im Jahre 1984 Geschlossenheit bei öffentlichen Auftritten.

 

In Verbindung mit dem Wettstreit um den großen Möhnesee-Wanderpokal der Fanfarenzüge bildete die Feier des 10jährigen Bestehens einen Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden zahlreiche Ehrungen vorgenommen. Burkhard Schneider erhielt die Ehrennadel in Silber und für seine besonderen Leistungen als Dirigent die Ehrennadel in Gold. Der 1. Vorsitzende zeichnete Adolf Hoffmann, Burkhard Schneider und Willy Schulte mit der Kleinen Ehrenplakette aus. Die Fördermedaille in Gold auf Holz erhielten Hubertus Belke, Alfred Dörr, Walter Mielke, AIfred Köhler und Hans-August Müller. Mit der Förderer-Medaille in Silber als Orden und mit der Ehrennadel in Bronze für 10-jährige aktive Tätigkeit wurden ausgezeichnet: Ansgar Dittmann, Annette Düllberg, Gesa Hoffmann, Matthias Rahmann, Roswitha Rahmann, Hubertus Rochol, Michael Rosenthal, Andreas Streich, Andreas Rochol und Gerhard Vogt. Das Engagement des Vorsitzenden Franz Josef Weber für den Fanfarenzug fand in der Verleihung der "Goldenen Nadel als Förderer der Musik" und der "Internationalen Nadel in Gold für Jugendarbeit" ehrenden Ausdruck. Der Kreisverband des Volksmusikerbundes schloss sich dieser Ehrung durch die Übergabe des Kreistellers an. Unter Franz Josef Weber wurde schließlich noch das 4. Gemeindemusikfest in Günne organisiert und eine langgeplante Aufnahme einer Musikcassette in einem Dortmunder Tonstudio erstellt.

 

Jahre und zwei CD-Aufnahmen später ist der Fanfarenzug Möhnesee immer noch überregional bekannt.

 

Im Jahr 2015 haben wir unser 40jähriges Jubiläum gefeiert.

Seit über 25 Jahren steht Bernd Bendig als 1.Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Burkhard Schneider prägt den Verein seit über 35 Jahren als musikalischer Leiter.

Jedes Jahr kommen neue Stücke, aber auch manchmal neue Instrumente hinzu. Der Dudelsack sorgte schon so mancher Orts für vergossene Tränchen.

 

Schützenfest in Günne, Delecke, Einecke und Müllingsen sind feste Bestandteile unseres Jahresablaufs. Aber auch die Karnevalsumzüge in Arnsberg und Belecke stehen seit vielen Jahren in unserem Terminkalender.

Der ein oder andere Überraschungsauftritt oder die Begleitung vom Gemeindemusikfest sowie Jubiläen aller Art oder das Spielen unterm Günner Weihnachtsbaum machen unsere Auftritte abwechslungsreich.

 

Die Geschichte des Fanfarenzugs 1975 e. V. Günne wird auch im Jahr 2018 weiter geschrieben...

 

Gerhard Vogt und Bernd Bendig für das Buch "800 Jahre Günne"

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